4. Alarm – Großbrand in Stuttgart-Wangen
Am späten Freitagabend des 03. Juli 2026 schrillten gegen 22:40 Uhr die Alarmempfänger der Feuerwehr Stuttgart. Auf dem Gelände des Großmarkts im Stadtteil Wangen war ein massives Feuer ausgebrochen. Beim Eintreffen der ersten Löschzüge der Berufsfeuerwehr standen bereits zwei große Lagerhallen eines Lebensmittelgroßhändlers in Vollbrand. Die enorme Brandintensität, starke Rauchentwicklung und akute Einsturzgefahr führten umgehend zur Erhöhung auf die höchste Alarmstufe (Alarmstufe 4). In der Spitze kämpften über 250 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, THW und Rettungsdienst zeitgleich gegen die Flammen. Unter anderem wurden massive Riegelstellungen aufgebaut und Hochleistungspumpen zur Wasserförderung direkt am Neckar in Stellung gebracht. Dieser immense Kräfteansatz band nahezu alle verfügbaren Einheiten der Berufsfeuerwache, wodurch die regulären Standorte im Stuttgarter Stadtgebiet weitgehend verwaist waren. Um den Grundschutz für die Bevölkerung lückenlos aufrechtzuerhalten, wurde für Feuerwehr Untertürkheim alarm ausgelöst. Die Freiwillige Feuerwehr Stuttgart-Untertürkheim rückte umgehend aus und besetzte ab ca. 23:00 Uhr mit ihren Großfahrzeugen die verwaiste Hauptfeuerwache 3 in Bad Cannstatt. Während der Fokus der Öffentlichkeit auf der meterhohen Rauchsäule und dem Großeinsatz in Wangen lag, sicherten die Kameradinnen und Kameraden aus Untertürkheim im Hintergrund die Sicherheit im Wachgebiet. Die Aufgabe bei einer solchen Wachbesetzung ist essenziell: Sollte es im Löschbezirk zu Paralleleinsätzen – wie Verkehrsunfällen, medizinischen Notfällen oder weiteren Bränden – kommen, müssen die ehrenamtlichen Kräfte die regulären Hilfsfristen der Berufsfeuerwehr lückenlos garantieren.
11 Stunden schlaflose Bereitschaft
Die Wachbesetzung forderte von den Einsatzkräften der Abteilung Untertürkheim viel Geduld und anhaltende Konzentration über die gesamte Nacht hinweg. In ständiger Absprache mit der Integrierten Leitstelle (ILS) wurde die Einsatzbereitschaft in den Hallen der Wache 3 aufrechterhalten. Erst in den frühen Morgenstunden des Samstags konnte die Wachbesetzung schrittweise zurückgefahren werden. Nach über 11 Stunden schlaflosem und unermüdlichem Dienst rückten die Untertürkheimer Kräfte am Samstagmorgen wieder ein und stellten die Einsatzbereitschaft im eigenen Gerätehaus wieder her.
Fazit: Ein starkes System greift ineinander
Dieser Einsatz hat einmal mehr gezeigt, wie unverzichtbar das System aus Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr in der Landeshauptstadt ist. Großschadenslagen wie auf dem Großmarkt können nur bewältigt werden, weil im Hintergrund andere Zahnräder – wie die ehrenamtlichen Abteilungen – lautlos und professionell ineinandergreifen, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu jedem Zeitpunkt zu garantieren.